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INT. HUNDEAUSSTELLUNG MÜNCHEN 2006
 

Weltspiegel
06.03.2006

Verkehrsinfarkt im Schneechaos

Bayern versinkt schon wieder in Schneemassen, in München kommt der Verkehr zum Erliegen

München/Stuttgart - 48 Stunden weißes Chaos: Straßen wurden gesperrt, Züge gestoppt und Flüge annulliert. In Bayern und Baden-Württemberg mussten am Wochenende Tausende von Menschen stundenlang Schnee schaufeln, Dächer räumen oder in kilometerlangen Staus ausharren. Auch auf Flughäfen strandeten Reisende. Unter der Schneelast zusammengebrochene Bäume blockierten Bahnstrecken.

Die Passanten in der Münchner Innenstadt trauen ihren Augen kaum, als ihnen am Sonntag auf dem Gehweg eine Frau mittleren Alters auf Langlaufski entgegenfährt. „Das ist der totale Wahnsinn“, sagt ein Mann kopfschüttelnd und stapft mühsam durch rund 40 Zentimeter Neuschnee. Der weiße Niederschlag türmt sich an Straßen und Gehwegen, Autos sind in ihren Parklücken komplett eingeschneit, die Äste der Bäume halten der Schneelast kaum noch stand. Busse und Trambahnen haben den Verkehr wegen des vielen Schnees längst eingestellt. Nur die U-Bahnen verkehren planmäßig.



Erstmals in seiner knapp 100-jährigen Geschichte blieb der Münchner Tierpark Hellabrunn am Sonntag geschlossen, weil der Winterdienst es nicht mehr schaffte, die Gehwege zu räumen. Auch die Tiere durften nicht mehr ins Freie.

Es herrschte Ausnahmezustand, die Polizei spricht von „Chaos pur“ und „komplettem Verkehrsinfarkt“.

Vor allem die Bewohner der Städte können es kaum fassen: „So viel Schnee habe ich hier noch nie erlebt“, sagt der 26-jährige Roland aus München genervt und außer Atem. Er habe einfach keine Lust mehr auf Winter – und jetzt noch mal Schneechaos: „Mir reicht's einfach.“ Seit einer Viertelstunde versucht er mit einem vom Hausmeister ausgeliehenen Besen seinen Kleinwagen aus den Schneebergen zu befreien. Die zweijährige Anna-Sophie und ihre Mutter Iris sind dagegen von der weißen Pracht begeistert: „Für Autofahrer zwar eine Katastrophe, aber für uns einfach wunderbar!“

Auf vielen Straßen in Bayern ging es am Sonntag nur im Schritttempo voran. Hinter Schneepflugkolonnen bildeten sich kilometerlange Staus. Auf den Autobahnrastplätzen entlang der besonders betroffenen A 8 herrschte schlechte Stimmung: „Fünf Stunden für 130 Kilometer, das ist doch Wahnsinn“, meint eine Frau. Aber Hauptsache, sie müsse die Nacht nicht auch im Wagen verbringen, wie viele Autofahrer auf der Autobahn Richtung Stuttgart. Davon hat sie im Radio gehört: „Der absolute Albtraum.“ Dieter Bottek vom Polizeipräsidium Schwaben sagt, er könne sich an solche Mengen von Schnee auch in Augsburg nicht erinnern. 1962/63 habe es wohl mal einen ähnlich strengen Winter gegeben, aber da sei er „noch ein kleiner Bub“ gewesen.

Auch der Wetterexperte Winfried Knobloch vom Deutschen Wetterdienst in München kann sich nicht an ähnlich viel Schnee erinnern. Insgesamt einen halben Meter Neuschnee hat er am Sonntag in München gemessen – seit 1942 der höchste Wert. Damals waren es in der Landeshauptstadt gar 76 Zentimeter.




 



Und wir waren mittendrin




 

Wir, das waren Vera mit Finn und Fine und Susanne mit Ginkgo.

Wenn wir geahnt hätten, was uns wetter- und verkehrsmäßig erwartet, wären wir vermutlich nicht losgefahren. Aber als stets positv denkende Frohnaturen waren wir der festen Überzeugung, die Unwetterwarnung für München und das südlich Bayern würde uns nicht betreffen.

Ein kleines Bisschen stimmte das auch, denn wir haben großes Glück gehabt. Auf der Hinfahrt begann das Schneetreiben an der Landesgrenze Bayerns. Es war zwar glatt auf den Straßen und anstrengend zu fahren, aber der Verkehr rollte, es gab keine Staus und wir kamen zwei Stunden später als das Navigationsgerät bei der Abfahr berechnet hatte, wohlbehalten in unserem Motel an.

Über Nacht schneite es heftig aber nicht beängstigend, so dass die Hunde am Samstagmorgen vor der Ausstellung noch wild im Schnee toben konnten.






 



 

Die Anfahrt zur Olympiahalle war wegen der Straßenverhältnisse eher zögerlich, aber wir schafften es, pünktlich auf dem Olympiagelände anzukommen.

Der Ring, in dem die Beardies gerichtet werden sollten, lag in der Arena, das heißt ganz unten. Da wir von Vorjahresbesuchern gewarnt worden waren, dass viele Treppen vom der Eingangsebene bis zur Arena zu überwinden sind, hatten wir unsere Ausrüstung auf ein Minimum reduziert, alles was in Rucksäcken zu verstauen war in diese gepackt und sahen mit unseren Hunden vermutlich so aus, als ob wir zu einem 4 wöchigen Trekkingurlaub aufbrechen wollten.

Am Ring angekommen erfuhren wir, dass der Richter, der zur Unterstützung der ursprünglich vorgesehenen Richterin Frau Müller nachträglich eingesetzt worden war, leider erkrankt sei, und nun eine andere Richterin aus Österreich unsere Beardies beurteilen werde.

Um 10 Uhr sollte Beginn des Richtens sein. Viele Aussteller waren wegen der Wetterverhältnisse nicht gekommen, in fast allen Klassen fehlten ein bis zwei Beardies.

Unsere Hunde wurden gebürstet und gestylt und waren zur rechten Zeit präsentationsbereit. Aber ....... im Beardiering war kein Richter!!!!

Gegen halb 11 erreichte uns die Nachricht, dass die Richterin auf der Autobahn im Stau stehe und es noch etwas dauern würde. Und so wurde gewartet und gewartet. Unsere Geduld wurde auf eine lange Probe gestellt und die Langmut unserer Hunde auch , die ihr schönes Outfit ja möglichst nicht einbüßen sollten. Verkürzt wurde die Zeit dadurch, dass wir einige Leute persönlich gekennen gelernt haben, die wir als aktive Schreiberinnen aus dem sirsha-Forum kannten. Das war sehr schön!

Nach langem Warten und weil der Beginn des Richtens für die Beardies nicht abzusehen war, erklärte sich dann Frau Bilsheim bereit, die im anderen Ring eigentlich als Richteranwärterin unterwiesen werden sollte, mit der Bewertung der Beardies zu beginnen, inzwischen war es fast halb 12.




 



 

Finn und Fine sind jeweils die zweiten in ihren Klassen geworden.

Ginkgo war einer von 3 Rüden, die in der Zwischenklasse zur Bewertung standen. Er hat mit einer sehr schönen Bewertung den ersten Platz gewonnen.




 



 

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22 Monate alter schiefergrauer Rüde von sehr schöner Gesamterscheinung, sehr gute Kopfproportionen, hellbraune Augen, vollzahniges Scherengebiss, sehr gute Hals-Rückenlinie, sehr gute Vorderhandwinkelung, korrekte Brusttiefe, sehr gute Hinterhandwinkelung, flottes, raumgreifendes Gangwerk, freundliches Wesen.

    V1     Res. CACIB

Richterin: Frau Bilsheim   

   04.03.2006

 

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Nach dem Ausstellen war für die Hunde dann Spazierengehen und Toben im Schneetreiben im Olympiapark angesagt. Susanne und Vera in ihren feinen Schuhen :-(( Niemand, der nicht schon mal mit Schuhen unter der Dusche gestanden hat und anschließend spazieren war, kann sich vorstellen, wie es in Schuhen glucksen und quitschen kann.

Um 15 Uhr konnten wir uns die Bewertungen abholen. Bei dieser Gelegenheit tauten die Schneebommel an den Beardiebeinen ab und das Wasser in unseren Schuhen erwärmte sich etwas.

Ein Bummel durch die Innenstadt (natürlich bei Schneetreiben) und ein Besuch bei Dallmayr (leckerer Kuchen, duftender Kaffee, kein Schneetreiben, warme nasse Füße) gaben dem Tag dann noch etwas Großstadtflair.

Als wir abends nach einer Schleichfahrt endlich wieder im Motel angekommen waren und beim Italiener ein Gläschen Wein auf unsere wunderbaren Hundis getrunken hatten, schneite es noch immer dicke Flocken. Im Fernsehen konnten wir vom Ausmaß der bereits gefallenen Schneemengen erfahren und dass für die Nacht weitere Schneefälle erwartet würden. Mit etwas bangem Herzen legten wir uns schlafen.




 



 



 

Wir mussten das Auto freischaufeln, sind an einer Tankstelle so im Schnee stecken geblieben, dass nichts mehr ging und wir von freundlichen Leuten rausgeschoben werden mussten. Bis in die Holledau war die Rückfahrt ein Alptraum, von dort an schien die Sonne, waren die Straßen trocken und das Verkehrsaufkommen eher mäßig. Wir fuhren durch eine wunderschöne Winterlandschaft. Gegen Abend sind wir dann erschöpft aber glücklich wieder zu Hause angekommen.

Die Ausstellung München 2006 und alle Erlebnisse, die mit ihr verbunden sind, werden wir wohl nie im Leben wieder vergessen. ;-)))




 

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