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BEGLEITHUNDEPRÜFUNG
 

Begleithundeprüfung




 



 

Ich musste fleißig mit Susanne üben, denn sie wollte mit mir die Begleithundeprüfung machen. Ich konnte alles ganz gut, wenn keine große Ablenkung auf dem Hundeplatz war, so dass wir für den 09. Mai zur Prüfung angemeldet wurden.

An dem Tag ging alles schief, was schief gehen konnte.
Es war nicht nur eine Richterin sondern noch eine zweite, eine Richteranwärterin auf dem Platz. Vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei. :-((
Ein riesig langer Güterzug fuhr durch Lindhorst - war vorher an keinem der Übungsabende passiert - da habe ich mich halt nicht gleich sofort abgelegt sondern zuerst eine Weile hingesetzt, denn es hätte ja sein können, dass er zum Hundeplatz kommt. Kam nicht, da konnt ich mich getrost hinlegen und bin auch super liegengeblieben, ohne mich zu rappeln!
An der Straße wurde ein Hund zum Spazierengehen aus dem Auto gelassen, gerade als wir darauf zugehen mussten. ( War natürlich interessanter als mit Susanne im rechten Winkel abzubiegen, versteht sich! )
Als ich in Freifolge mit Susanne durch die Gruppe gehen sollte, knatterten 10 Motorräder auf der Straße genau am Hundeplatz vorbei. Die habe ich zwar nicht verfolgt,( dafür hätte Susanne mich vor Freude am liebsten geküsst ), ich bin aber nicht bei Fuß mit ihr mitgegangen sondern stehen geblieben und habe den Krachmachern nachgeschaut. Als wieder Ruhe eingekehrt war, bin ich natürlich gleich zu Susanne gelaufen, keine Frage!
Wir sind danach zusammen das blöde Schema weitergelatscht.
Irgendwann merkte ich, dass Susanne schon ziemlich genervt war - ich übrigens auch - und bin dann lieber gleich still stehen geblieben, als ich eigentlich Sitz aus der Bewegung hätte machen sollte. Konnte ich vorher super und jetzt nach der Prüfung auch noch. Aber an demTag, wenn sie doch so genervt war. Es hätte ja sein können, dass ich ihr schnell zur Hilfe hätte eilen müssen.
Beim Abrufen bin ich so etwas von freudig auf sie zugestürmt, dass musste jeden davon überzeugen, dass wir uns bestens verstehen. Ich habe gut vorgesessen und Susanne erwartungsvoll angeguckt, denn ich wusste, nun war das Ende der blöden Übungen fast erreicht. Leider hat alles, was ich ganz gut gemacht habe, den zwei gestrengen Richterinnen nicht ausgereicht, so dass ihr Urteil war:
Mit Pauken und Trompeten durchgefallen.

Nachdem die Richterin Susanne lang und breit erklärt hatte, was wir alles falsch oder schlecht gemacht hatten, wollte die Meckerfrau mich streicheln. Ich, der sonst keine Streicheleinheit auslasse, habe sie aus tiefstem Magen so laut ich konnte angerülpst. Susanne war hierfür sehr stolz auf mich.

Feiner Hund!







Ein Trostgedicht

Manuela, die Chefin von meinem allerbesten Freund Willi, hat Susanne zum Trost dieses Gedicht geschenkt:




 

Schlecht geschnüffelt, hochgeguckt,

eine kleine Maus verschluckt,

fand den Ort nicht wo gewinkelt,

mehrfach in die Spur gepinkelt,

einmal leider "Platz" vergessen,

Gänseblümchen aufgefressen,

Hundeführer schlimm genarrt,

zweites Suchobjekt verscharrt,

zwölf Kartoffeln schnell sortiert,

einen Maulwurf exhumiert,

Fährtenleine durchgekaut,

hinter Hasen hergeschaut.

- Bin der liebste Hund von allen !!!!!!! -

Richter sagte: Durchgefallen.



 

Susanne und mir geht es saugut, seitdem der Stress mit der Begleithundeprüfung vorbei ist.
Ich liebe sie, weil wir jetzt ganz viele wunderbare andere Dinge machen, die mir viel, viel besser gefallen und nicht mehr das blöde Schema gehen.
Und sie liebt mich, weil ich, so wie ich bin, einfach liebenswert bin. Auch ohne bestandene Begleithundeprüfung ;-)))
Das finden die anderen Leute, die mich kennen, übrigens auch!!!




 

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